Wie sieht die Zukunft des Limousinenservice aus?

Eine Frage, die nicht nur uns beschäftigt, betrifft die Zukunft des Limousinen-Service. Wie werden die Kunden, die heute ein Auto mit Chauffeur buchen, in fünf, zehn oder zwanzig Jahren ihre Mobilität gestalten?

 

Was passiert gerade auf dem Markt?

Ein großes aufstrebendes Unternehmen aus den USA hat diese Frage bereits für sich beantwortet. Vor kurzem hat es einen Vorvertrag mit Mercedes-Benz über 100.000 autonom fahrende S-Klassen abgeschlossen und ist selbst seit einiger Zeit in die Entwicklung selbst fahrender Fahrzeuge involviert. Seine Analysten sagen also voraus, dass in absehbarer Zeit fahrerlose Oberklassefahrzeuge für die Mobilität anspruchsvoller Kunden sorgen werden und dieses Unternehmen soll dabei die führende Rolle spielen.

 

Wie sollten die Limousinenunternehmen reagieren?

Für jedes Unternehmen ist es überlebenswichtig, wichtige Tendenzen des jeweiligen Marktes nicht zu verschlafen und sich permanent weiter zu entwickeln. Aus unserer Sicht ist es also für jeden Limousinenunternehmer und dessen strategische Planung notwendig zu wissen, wie seine Kunden über fahrerlose Mobilitätslösungen denken und wie sie sich verhalten werden, wenn entsprechende Dienstleistungen zur Verfügung stehen werden.

 

Was spricht für fahrerlose Mobilität auf Reisen?

Der wichtigste Faktor ist eindeutig der Preis. Die Kosten für den Fahrer und die Büromitarbeiter stellen bisher den größten Anteil am Gesamtpreis der Dienstleistung. Die Automatisierung unter Verzicht auf den Chauffeur und Büromitarbeitern wird diesen Preis deutlich reduzieren.

Schon heute ist es möglich, Chauffeur-Service über das Internet oder Smartphone-Apps zu buchen. Somit stehen der Start- und Endort eines Auftrages und womöglich auch schon eventuelle Zwischenziele fest und könnten bereits im Auto programmiert sein. Der Fahrgast könnte sich das Auto mit einem Klick auf seinem Mobiltelefon heranrufen, wenn er es benötigt. Technisch sollte es also nicht problematisch sein, in ein paar Jahren eine perfekte Lösung zur Verfügung stellen zu können.

 

Was spricht gegen autonome Mobilität?

Gegen fahrerlose Lösungen im Limousinen-Service spricht vor allem eins: das Fehlen eines menschlichen Ansprechpartners, Assistenten und Helfers. Die Dienstleistung wird für den Kunden zum Self-Service. Wie wird das Gepäck zum Auto befördert und wie wird es eingeladen? Wie werden kurzfristig notwendige Änderungen im Fahrtablauf an das Fahrzeug kommuniziert? Wer empfiehlt dem Kunden ein hervorragendes Restaurant für das Geschäftsessen? Und schließlich: wer steht für ein Gespräch zur Verfügung?

Auch der Faktor Sicherheit muss beleuchtet werden. Die Forschung verspricht eine geringere Unfallhäufigkeit autonomer Fahrzeuge. Diesem Argument kann man folgen. Wie steht es aber mit der persönlichen Sicherheit eines hochrangigen Politikers oder des CEO’s einer großen Firma? Aufgrund bisheriger Erfahrungen mit IT-basierten Systemen ist zu befürchten, dass Hacker in die Technik eingreifen könnten. Wird es in Zukunft möglicherweise Entführungen per Tastatureingabe geben? Ist das im Auto gesprochene Wort vielleicht schon ein paar Minuten später überall im Internet zu finden?

 

Unsere Meinung zum Thema

Es ist schwer vorstellbar, dass die heutigen Nutzer eines Chauffeur-Service die Umstellung auf Self-Service aufgrund eines günstigeren Preise für akzeptabel halten. Vielleicht ist es für eine Meinungsfindung nötig, eine Analogie zu bemühen.

Die Mehrheit derjenigen, die weltweit Limousinen-Service nutzen, übernachten in 4- oder 5-Sterne-Hotels. Würden diese anspruchsvollen Kunden dort an einem Automaten ein- und auschecken anstatt von einer freundlichen Mitarbeiterin an der Rezeption, die drei oder vier Sprachen spricht, begrüßt zu werden? Würden diese Gäste im Restaurant die Speisen und den Wein per App bestellen ohne die Beratung eines kompetenten Kellners oder Sommeliers? Würden sie sich von einem Roboter von Maschinen zubereitetes Essen servieren lassen? Und würde der Verzicht auf den Menschen zu einer drastischen Reduzierung möglicher Fehlerquellen führen? Diese Fragen sind wohl alle mit einem klaren Nein zu beantworten.

Der Faktor Mensch mit all seiner Flexibilität und der Fähigkeit zur Interaktion mit dem anspruchsvollen Kunden wird unserer Meinung nach auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ersetzbar sein. Fahrerlose Systeme sehen wir eher im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Taxigeschäft.

 

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